Deutscher Verband zur Förderung der HUJ 1925-1938

Ein Jahr war die Hebräische Universität Jerusalem alt, als vom Berliner Kurfürstendamm aus ein Aufruf erging: Der Deutsche Verband zur Förderung der Universität Jerusalem warb um Mitglieder und darum, die Ziele des Verbands durch – wie man damals vornehm schrieb – „einen von Ihnen nach eigenem Ermessen zu bestimmenden Jahresbeitrag“ zu fördern. Für den Vorstand unterzeichnete unter anderen Rabbiner Dr. phil. Leo Baeck. Die Liste der Namen, die zum Werbeausschuss gehörten, liest sich noch immer wie ein Auszug aus dem Who’s who der bedeutenden Persönlichkeiten der 20er Jahre: Martin Buber, Max Liebermann, Lesser Ury, Arnold Zweig und Stefan Zweig. Der emeritierte Präsident der Hebräischen Universität Jerusalem, Prof. Hanoch Gutfreund, merkte zur Geschichte des Aufrufs an:

„Es begann sehr bescheiden mit einer Initiative, die vor allem von russischen Juden ausging, die nach Berlin immigriert waren. Sie waren die ersten, die Geld sammelten. Wir haben die Namensliste und wir wissen vieles darüber. Aber das war ein sehr bescheidener Anfang.

Was dann im Februar 1926 passierte, hatte einen völlig anderen Umfang und eine andere Dimension. Wir wissen, dass Chaim Weizmann bereits gute Kontakte mit Albert Einstein unterhielt. Und Albert Einstein war ein Mitglied dieser ersten Gruppe. Wir haben dort Philosophen. Wir haben Franz Rosenzweig – einen der Begründer der modernen Soziologie dort…Wir haben Bankiers wie Oscar Wassermann dort – eine bekannte Figur in der Deutschen Bank seiner Zeit…“

Dieser Verband existierte bis zu seinem Verbot durch die Nazis Ende der Dreißiger Jahre und half erheblich beim Aufbau der Hebräischen Universität Jerusalem.