Zigarettenrauch schadet auch unserer psychischen Gesundheit

Neue hebräische Universitätsforschung fällt mit nationalem Verbot der Tabakwerbung und Verkaufsdisplays zusammen 

(Jerusalem, 8. Januar 2020) - Seit Jahrzehnten warnen uns Ärzte vor den gesundheitlichen Risiken des Rauchens. Ihre Warnungen konzentrierten sich jedoch auf die physischen Risiken, die Zigaretten für unsere Gesundheit darstellen, wie z. B. Lungenkrebs, Herzerkrankungen, niedriges Geburtsgewicht und Bluthochdruck. Jetzt hat Professor Hagai Levine von der Hadasssah Braun School of Public Health and Community Medicine der Hebrew University in Jerusalem Ergebnisse zu den psychischen Gesundheitsrisiken im Zusammenhang mit dem Rauchen veröffentlicht. 

Die Studie, die heute in PLOS ONE veröffentlicht wurde, bezog Levines Kollegen, die Assistenzprofessorin Tatjana Gazibara von der Universität Belgrad und die Doktorandin, die Studentin Marija Milic an der Universität von Pristina, ein. Zusammen haben sie mehr als 2.000 Studenten befragt, die an serbischen Universitäten mit unterschiedlichem sozio-politischem und wirtschaftlichem Umfeld eingeschrieben waren. Die Forscher stellten fest, dass Studenten, die rauchten, eine zwei- bis dreimal höhere Rate an klinischen Depressionen aufwiesen als ihre nicht rauchenden Altersgenossen. Insbesondere an der Universität von Pristina litten 14% der Raucher an Depressionen, im Gegensatz zu 4% ihrer Nichtraucherkollegen und an der Universität von Belgrad waren es 19% bis 11%.

Unabhängig von ihrem wirtschaftlichen oder gesellschaftspolitischen Hintergrund hatten die rauchenden Schüler außerdem eine höhere Rate an depressiven Symptomen und niedrigere psychische Gesundheitswerte (z. B. Vitalität und soziales Funktionieren) als die Nichtraucherschüler. "Unsere Studie ergänzt die wachsende Zahl von Beweisen dafür, dass Rauchen und Depression eng miteinander verbunden sind", so Levine. "Es ist zwar zu früh zu sagen, dass Rauchen Depressionen verursacht, doch Tabak scheint sich nachteilig auf unsere geistige Gesundheit auszuwirken."

Hier in Israel fällt der Zeitpunkt der Veröffentlichung der Studie mit einem Meilenstein im Krieg des Landes gegen den Tabak zusammen. Heute trat eine Änderung des israelischen Gesetzes zur Beschränkung der Werbung und Vermarktung von Tabak- und Raucherprodukten in Kraft. Es schreibt ein landesweites Verbot der Auslage von Tabakerzeugnissen in Geschäften vor, eine Erhöhung der Warnhinweise für Zigarettenschachteln von 30% auf 65%, und verlangt, dass alle Tabak- und E-Zigarettenerzeugnisse in einer einheitlichen Verpackung ohne individuelle Logos oder Firmenwerbung verkauft werden.

Dies sind wichtige Schritte. Angesichts der neuen Studie möchte Levine, dass die politischen Entscheidungsträger auch die psychischen Auswirkungen des Rauchens berücksichtigen. "Ich fordere die Universitäten dringend auf, sich für die Gesundheit ihrer Studenten einzusetzen, indem sie Smoke-Free-Campus schaffen, die nicht nur das Rauchen auf dem Campus verbieten, sondern auch Tabakwerbung." Schritte würden einen großen Beitrag zur Bekämpfung der schädlichen Auswirkungen des Rauchens auf unseren körperlichen und geistigen Zustand leisten.